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Demenz ist ein Überbegriff für eine Vielzahl von Erkrankungen. Allen etwa 55 Unterformen der Demenz ist gemeinsam, dass sie zu einem Verlust der Geistes- und Verstandesfähigkeiten (Intelligenz) führen. Typisch ist eine Verschlechterung der Gedächtnisleistungen, des Denkvermögens, der Sprache und des praktischen Geschicks, jedoch keine Trübung des Bewusstseins. Diese Veränderungen haben zur Folge, dass Menschen mit Demenz ihre alltäglichen Aufgaben nicht mehr ausführen können.
Die Demenz ist keineswegs eine normale Alterserscheinung, die jeden mehr oder minder betrifft, sondern eine Erkrankung, die typischerweise im Alter auftritt.

Die Ursachen der Demenzerkrankung sind vielfältig. Rund 1 Million Menschen leiden allein in Deutschland an einer Demenzerkrankung. 700.000 davon sind an Alzheimer erkrankt, bei der in bestimmten Bereichen des Gehirns allmählich Nervenzellen zugrunde gehen. Bei etwa 200.000 Demenzkranken wird das Gehirn durch Durchblutungsstörungen dauerhaft geschädigt (vaskuläre Demenz). Misch- und Sonderformen machen den verbliebenen Anteil aus

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Demenz kann jeden treffen. Hier eine Erklärung über die Ursache und den Verlauf der Krankheit:

Der Begriff Demenz bezeichnet einen Verfall der geistigen Leistungsfähigkeit. Man versteht darunter vor allem die Abnahme von Gedächtnisleistung und Denkvermögen. Dieser Verfall betrifft zunächst die Aufnahme bzw. das Wiedergeben neuer gedanklicher Inhalte, sodass die Orientierung (wo bin ich, was passiert gerade), die Urteilsfähigkeit, aber auch die Sprach- und Rechenfähigkeit und Teile der Persönlichkeit zerstört werden. Dies kann sich in den Alltagsaktivitäten wie Waschen, Kochen oder Einkaufen niederschlagen. Eine Vergesslichkeit allein bedeutet noch keine Demenz. Die Betroffenen können aggressiv oder enthemmt, depressiv oder in ihrer Stimmung sprunghaft werden, was für Angehörige und Pfleger erhebliche Probleme aufwirft.

Etwa acht bis 13 Prozent aller Menschen über 65 Jahre leiden unter einer Demenz. Bei den über 90-Jährigen sind es sogar 40 Prozent. Nach Schätzungen von Patientenverbänden leben in Deutschland weit über eine Million Menschen mit altersbedingten Hirnleistungsstörungen. Vermutlich wird diese Zahl noch weiter steigen, weil der Anteil alter Menschen an der Gesamtbevölkerung zunimmt. Schon heute sind Demenzen der häufigste Grund für einen Einweisung ins Pflegeheim.



Wie entsteht eine Demenz?

Eine Demenz entsteht aufgrund einer Reihe möglicher Erkrankungen. Als häufigste Ursache wird heute die 1906 von dem deutschen Neuropsychiater und Neuropathologen Alois Alzheimer beschriebene und später nach ihm benannte Erkrankung angesehen (Alzheimer-Krankheit). Bei der Alzheimer-Krankheit werden die Nervenzellen durch krankhafte Eiweiße (Beta-Amyloid, Tau-Protein) in ihrer Funktion gehemmt. Dies führt in den Hirnregionen, die für die Merkfähigkeit verantwortlich sind, zu einem Mangel an dem Botenstoff Acetylcholin.

Prinzipiell können alle Veränderungen im Gehirn das Bild einer Demenz hervorrufen. Solche Veränderungen können durch andere körperliche Erkrankungen entstehen, vor allem durch Durchblutungsstörungen. Bei dieser vaskulären Demenz kommt es häufig schlagartig zur Verschlechterung der Gehirnleistung und es treten anderweitige Zeichen eines Schlaganfalls auf wie zum Beispiel Sprachstörungen.

Ähnlich wie bei der Alzheimer-Demenz gibt es weitere typische Abbauprozesse im Gehirn, die mit dem Bild einer Demenz einhergehen. Neu gesichert wurde die so genannte "Demenz mit Lewykörperchen". Sie gilt inzwischen nach der vaskulären Demenz als die dritthäufigste Demenzform.

Stoffwechselstörungen (zum Beispiel Vitamin-B12-Mangel; Schilddrüsenerkrankungen), chronische Vergiftungen (Alkoholismus), Raumfordernde Prozesse im Gehirn (zum Beispiel Gehirntumoren) sowie Infektionen des Gehirns (zum Beispiel Aids, Creutzfeld-Jakob-Erkrankung) können ebenfalls zu einer Demenz führen und sind häufig behandelbar.

Die Unterscheidung dieser Ursachen ist für den Fachmann nicht immer einfach, zumal zunehmend auch ein deutliches Überlappen mehrerer Ursachen für die Entstehung der Demenz diskutiert wird. So führen Volkskrankheiten wie erhöhter Blutdruck (Hypertonie) oder Diabetes mellitus zu einer Verschlechterung einer bestehenden Demenz bzw. rufen diese durch Hirngefäßschädigungen mit hervor.



Was sind typische Anzeichen für eine Altersdemenz?



Vergesslichkeit, unpräzises Denken


Orientierungslosigkeit


Sprachstörungen


Eingeschränktes Urteilsvermögen


Persönlichkeitsveränderungen


Antriebsverlust


Als erstes Symptom ist eine Verschlechterung des Kurzzeitgedächtnisses meist schon im Alter von 60 bis 70 Jahren zu beobachten. Konzentrationsfähigkeit und Denkleistung lassen nach, Sprachstörungen treten auf, die Müdigkeit nimmt zu. Häufig treten in der Anfangsphase die Symptome einer Depression auf. Später kommt es auch zu Halluzinationen. Die Betroffenen sehen dann Dinge, die real nicht exisistent sind. Mancher raucht etwa eine nicht vorhandene Zigarette oder sieht kleine, undefinierbare Tierchen auf dem Teppich. Später fällt es den Demenzkranken schwer, Dinge und Personen wieder zu erkennen. Alltagsfähigkeiten - wie Ankleiden, Essenszubereitung oder Einkaufen - gehen verloren. Im Endstadium verstummen die Patienten oft, sie sind bettlägerig und völlig auf die Hilfe anderer angewiesen.



Wie erkennt der Arzt eine Demenz?

Der behandelnde Arzt sollte Idealerweise Neurologe, Psychiater oder Geriater (Spezialist der Altersheilkunde) sein. Er wird zunächst den Patienten und dessen Angehörige nach der Krankheitsgeschichte befragen (Anamnese). Dann wird er verschiedene Untersuchungen durchführen, die Hinweise auf neurologische und psychiatrische Erkrankungen ergeben können.

Angehörige sind für die Diagnosestellung der Demenz sehr wichtig, da der Hauptanteil der Betroffenen die Symptome zum Teil selbst nicht wahrnimmt oder sie wegen ihrer Peinlichkeit lieber verschweigt. Zuerst gilt es, eine Demenz von leichten Formen einer Vergesslichkeit abzugrenzen, die viele ältere Menschen ängstlich an eine Demenz glauben lässt. Mittels neuropsychologischer Tests, zum Beispiel mit dem Syndrom-Kurz-Test (SKT) für leichtere oder dem Mini-Mental-Status-Test (MMST) für etwas schwerere Fälle, versucht man den Schweregrad der Vergesslichkeit zu beurteilen. Von der Demenz abzugrenzen ist ein depressives Syndrom, das auch mit Gedächtnisstörungen einhergeht, jedoch nichts mit der Demenz zu tun hat. Im weiteren Verlauf müssen internistische, psychische und Gefäßerkrankungen sowie andere Ursachen einer Demenz ausgeschlossen werden. Im Verdachtsfall sollten großzügig Bildgebende Verfahren wie die Computer- oder Kernspin-Tomographie eingesetzt werden, um andere strukturelle Störungen des Gehirns auszuschließen.



Wie wird eine Demenz behandelt?

Steht am Ende einer Vielzahl von Untersuchungen die Diagnose einer Demenz fest, so versucht man, spezifische Hilfe zu leisten.

Jedoch ist für die Mehrzahl der Demenzkranken ist zurzeit keine Heilung, nur ein Aufhalten des Hirnabbaus möglich - etwa bei der Alzheimer-Demenz oder der vaskulären Demenz. Ist die Demenz Folge einer behandelbaren Grunderkrankung, z.B. eines Hirntumors, schwerer Depressionen oder einer Störung des Hirnstoffwechsels, kann durch die Therapie dieser Grunderkrankung mitunter die Demenz erfolgreich behandelt werden.

Für alle Demenzfälle gilt, dass dem geistigen Zerfall nicht tatenlos zugesehen wird. Ziel der Bemühungen sollte sein, dass Betroffenen möglichst lange ihren Alltag selbst bewältigen können. Dazu wird in speziellen Einrichtungen wie Tageskliniken in allererster Linie ein spezielles Hirnleistungstrainig eingesetzt. Hier begleiten Psychologen, Sozialarbeiter und andere Fachleute die dementen Patienten durch den Tag und üben mit ihnen erneut das Zurechtkommen im Alltag ein. Vorteil solcher Einrichtungen ist auch die Möglichkeit, dass Angehörige in die Behandlung einbezogen werden können. Außerdem können Krankengymnastik und die Nutzung handwerklicher und künstlerischer Fähigkeiten unter Anleitung eines Ergotherapeuten zu einer Erhöhung der geistigen Arbeitsbereitschaft beitragen.

Auch mit Medikamenten kann heute einiges erreicht werden. Sie sollten jedoch am besten im Rahmen einer ganzheitlichen Therapie, also mit zusätzlichem Hirnleistungstrainig, verschrieben werden. Ziel ist dabei, das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen oder vorübergehend zum Stillstand zu bringen. Diese Substanzen wirken individuell sehr unterschiedlich. Ein Behandlungsversuch lohnt sich auf jeden Fall, auch wenn er vielleicht nicht zu deutlichen Veränderungen führt. Da eine Demenz laufend fortschreitet, ist es bereits ein Behandlungserfolg wenn sie sich nicht verschlechtert.

Die viel versprechensten Medikamente für die beginnende Alzheimer-Krankheit sind zur Zeit die Acetylcholinsterase-Hemmer. Diese Arzneien helfen, den Signalaustausch zwischen den überlebenden Nervenzellen zu verbessern. Sie steigern die Verfügbarkeit des Signalstoffs Acetylcholin, in dem sie das Enzym Acetylcholinesterase blockieren, das im normalen Gehirnstoffwechsel das Acetylcholin abbaut. Sie sind jedoch nur im Frühstadium der Erkrankung sinnvoll. Für die Acetylcholinsterase-Hemmer konnte beispielsweise nachgewiesen werden, dass sie das Voranschreiten der Erkrankung und damit häufig die Einweisung in ein Pflegeheim um durchschnittlich ein Jahr verzögern.

Für die bereits mittelschwere bis schwere Demenz zeigen NMDA-Antagonisten die besten Erfolge. Sie verhindern die Nervenüberreizung durch den Botenstoff Glutamat. Ein Zuviel dieses Botenstoffes schädigt die Nervenzellen und lässt sie zugrunde gehen.

Es gibt eine Reihe von Medikamenten, die auf unterschiedliche, oft auch nicht genau bekannte Art die Gehirnleistungen verbessern sollen. So sollen Extrakte des Ginkgo-Baums das Gehirn besser mit Sauerstoff und Glucose versorgen, indem sie die Durchblutung fördern. Kalzium-Antagonisten sollen den gestörten Kalzium-Stoffwechsel der Nervenzellen normalisieren und dadurch die Weiterleitung von Informationen verbessern.

Manchmal sind zusätzlich Medikamente gegen Unruhe und Schlafstörungen, gegen Parkinson ähnliche Bewegungsstörungen oder Depressionen notwenig, um die Begleitsymptome der Demenz zu bekämpfen. Allerdings muss man die Wirkung dieser Medikamente genau beobachten. Bei manchen Demenz-Formen können Medikamente gegen psychische Unruhe diese sogar verstärken bzw. schwere Nebenwirkungen zeigen.



Wie kann man dementen Personen im Alltag helfen?



Achten sie auf eine ausgewogene, vitamin- und fischölreiche Ernährung mit reichlich Flüssigkeit.


Erleichtern Sie dem Patienten die Orientierung durch einen gut strukturierten Tagesablauf, Uhren und Kalender.


Die Pflege dementer Menschen erfolgt zwar in Deutschland zum größten Teil durch Familienangehörige, doch sollten Sie sich dabei auch im Interesse des Kranken nicht überfordern: Nutzen Sie ergänzende und alternative Angebote von Sozialstationen und Tagesstätten. Erkundigen Sie sich nach einer Selbsthilfe- oder Angehörigengruppe in Ihrer Nähe und lernen Sie aus den Erfahrungen anderer. Fragen Sie ihren Arzt nach hilfreichen Broschüren mit entsprechenden Hinweisen.



Wie können Sie der Demenz vorbeugen?

Durch einen gesunde Lebensweise können Sie manchen Demenzformen, wie der vaskulären Demenz oder der alkoholbedingten Demenz vorbeugen. Die Entstehung der Alzheimer-Demenz kann man derzeit nicht verhindern. Es wird allerdings versucht, Medikamente zur Immunisierung gegen die krankmachenden Eiweiße der Alzheimer-Demenz zu entwickeln: Diese Medikamente sollen die Reaktion des Immunsystems gegenüber den Eiweißen verändern und diese so für den Körper unschädlich machen. Ihr Einsatz wird jedoch noch Jahre auf sich warten lassen.



Prognose

Die Heilung der Demenz ist meist nicht möglich. Mit Hilfe einer Kombination aus Medikamenten und speziellem Hirnleistungstraining kann jedoch das Fortschreiten der Demenz häufig aufgehalten werden.
 

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